Ruhe bewahren, klug absichern

Hallo,die letzten zwei Wochen waren eine echte Belastungsprobe für Anleger. Die Börsen sind spürbar eingebrochen, und viele fragen sich: War es das schon, oder kommt es noch schlimmer? Solche Phasen sind unangenehm – doch sie gehören zum Investieren dazu.Ein sogenannter Drawdown, also ein vorübergehender Rückgang des Depotwerts, ist nichts Ungewöhnliches. Dennoch reagieren viele Anleger in solchen Momenten emotional und verkaufen ihre Aktien aus Panik – oft zum schlechtesten Zeitpunkt. Dabei zeigt die Erfahrung: Wer sich rechtzeitig mit Absicherungsstrategien beschäftigt, kann in Krisenzeiten ruhiger bleiben und klüger handeln.Deshalb dreht sich diese Ausgabe um genau diese Themen: Ich zeige, wie man sich mit Hedging-Strategien absichert und warum Drawdowns kein Grund zur Panik sind, sondern vielmehr zur Besonnenheit aufrufen. Denn die beste Zeit, um sich über Risikomanagement Gedanken zu machen, ist nicht während des Crashs – sondern davor.Mein Ziel ist es, Dir das nötige Wissen an die Hand zu geben, um in turbulenten Zeiten rational zu bleiben und langfristig erfolgreich zu investieren. In diesem Sinne wünsche ich Dir eine aufschlussreiche Lektüre!Herzliche GrüßeThomas

Dieses Kurslevel ist für mich jetzt entscheidend!

Jeder muss für sich entscheiden, wann er aus welchem Grund aus dem Aktienmarkt aussteigt und seine Positionen glatt stellt (verkauft). Hierfür gibt es unterschiedlichste Ansätze - und nicht “den einen” für alle Anleger. Ich persönlich richte mich nach dem Indikator “Sparplan-Optimierer” von Falk Kühnert, der in der Vergangenheit stets richtig lag, wenn es darum ging, Market Tops und Bottoms zu identifizieren. Jetzt hat dieser Indikator am Montag ein Alarmsignal geliefert. Es zeigt genau, wo der SPX (S&P 500) am Freitagabend zu Börsenschluss mindestens notieren sollte, damit wir NICHT verkaufen müssen.

Auf diesen Indikator verlasse ich mich

In meinem Webinar bin ich auch kurz auf den “Sparplan-Optimierer”-Indikator von Falk Kühnert eingegangen. Darüber hatte ich bereits einige Videos gemacht. Falls dieser Indikator deine Neugierde geweckt hat, könnte dieses Video für Dich interessant sein. Darin erklären Falk und ich noch einmal, wie der Indikator funktioniert.

Webinar-Aufzeichnung: So kann man sich absichern

In meinem Webinar vom 4. März habe ich gezeigt, wie man sich strategisch vor allzu großen Kursverlusten absichern kann. Ich habe verschiedenste Strategien erklärt, die von recht einfachen Methoden bis hin zu komplexen Options- und Futures-Ansätzen reichen. Solche Optionen sollte jeder private Anleger kennen und sich rechtzeitig darum kümmern, damit er im Falle eines Falles nicht panisch handelt.

Ein ganz einfacher Ansatz zur Risiko-Reduzierung

Die Studie „A Quantitative Approach to Tactical Asset Allocation“ von Mebane Faber untersucht eine einfache, quantitative Strategie, die darauf abzielt, das Risiko für Anleger zu reduzieren und dennoch solide Renditen zu erzielen.

Faber analysiert eine Trendfolgestrategie, bei der Investoren nur dann in eine Anlageklasse investieren, wenn deren Preis über dem gleitenden 10-Monats-Durchschnitt liegt. Fällt der Preis darunter, wird die Position verkauft und das Kapital in risikoärmere Anlagen wie Staatsanleihen oder Bargeld umgeschichtet. Dieser Mechanismus schützt Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten und bewahrt dennoch die Chancen auf langfristige Gewinne.

Die Studie zeigt anhand historischer Daten (seit 1900), dass dieser Ansatz nicht nur in der Vergangenheit funktioniert hat, sondern auch während der Finanzkrise 2008 den Anlegern geholfen hätte, Verluste erheblich zu minimieren. Zudem wird die Strategie für verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien getestet. Die Ergebnisse sind konsistent: Die Methode erzielt aktienähnliche Renditen, jedoch mit deutlich geringerer Volatilität und reduzierten maximalen Verlusten (Drawdowns).

Ein weiterer Vorteil dieser Strategie ist ihre Einfachheit. Anleger müssen keine komplexen Modelle oder Wirtschaftsdaten interpretieren, sondern folgen lediglich einer objektiven Regel. Die Studie diskutiert zudem Erweiterungen wie die Einbeziehung zusätzlicher Anlageklassen und alternative Gewichtungsstrategien.

Hier die komplette Studie als pdf-Datei:

SSRN-id962461.pdf923.73 KB • PDF Datei

Diese Aktien machen gerade neue Hochs!

Der Gesamtmarkt hat stark nachgegeben. Doch auch in solchen Phasen gibt es Aktien, die sich gegen den Trend stemmen und neue Hochs markieren. Hier eine Übersicht, die ich durch einen ganz einfachen Aktienscreener wie Finviz gewonnen habe.
Viele der gelisteten Aktien stammen aus defensiven Sektoren wie Gesundheitswesen (ABBV, BMY, GILD) oder Versorgern (AWK, ED). Unternehmen in diesen Branchen bieten Produkte und Dienstleistungen, die unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen nachgefragt werden. Investoren schichten in unsicheren Zeiten häufig in solche stabilen Werte um. Ein weiterer Bereich mit relativer Stärke sind Gold- und Rohstoffaktien wie FNV. Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten, und steigende Goldpreise unterstützen Unternehmen aus dem Minensektor. Und trotz des allgemeinen Marktabschwungs halten sich einige Tech-Werte (IBM) und große Einzelhandelsunternehmen (MCD, KR) stabil. Diese Unternehmen haben starke Marktpositionen, Preissetzungsmacht und profitieren möglicherweise von sich veränderndem Konsumverhalten.

Fazit: Auch in Bärenmärkten gibt es Aktien, die sich dem Abwärtstrend entziehen. Defensiven Sektoren, Goldminen und Marktführer mit soliden Bilanzen gelingt es oft, neue Hochs zu erreichen. Für Anleger lohnt sich ein Blick auf diese starken Titel – denn oft sind sie es, die als erste wieder neue Aufwärtsbewegungen anführen.